eine Robbe am Strand

Tut doch einfach mal … nichts!

Schiebt Eure to-do-Liste in den Schredder, stöpselt den Computer ab und legt das Smartphone weg. Weiter weg. Noch ein bisschen weiter. Und jetzt? Nichts! Fühlt sich gut an, oder?

Wir leben in einer Zeit, in der es eine Auszeichnung zu sein scheint, viel zu tun zu haben. Und dank des Smartphones können wir nun auch noch überall etwas tun. Da werden Mails gecheckt, während man in einer Besprechung sitzt. Beim Frühstück wird die Aufgabenliste für den Tag geschrieben, und vor dem Schlafengehen werden noch schnell die letzten Nachrichten gelesen. Wobei ohnehin nur so viel geschlafen wird, wie gerade eben nötig ist. Ist ja unproduktiv, diese Zeit.

Blöd nur, dass unser Gehirn gerne mal eine Pause hat. Zum Tagträumen zum Beispiel, das hält die grauen Zellen gesund und fördert kreative Prozesse. Denn unser Unterbewusstsein braucht Ruhezeiten, um zu verarbeiten, was da so den Tag über auf uns einprasselt. Aber was machen wir? Verbringen nicht nur acht Stunden oder mehr bei der Arbeit, auch die Freizeit packen wir uns voll mit Terminen und Verpflichtungen. Und selbst in der Schlange an der Kasse beim Supermarkt schaut kaum noch einer in die Gegend und lässt die Gedanken schweifen. Stattdessen wird schnell Facebook oder Instagram gecheckt. Man könnte ja was verpassen.

Nichtstun als Lifestyle

Nichtstun ist tatsächlich gar nicht so einfach. Weil wir es inzwischen gewohnt sind, dass permanent äußere Reize auf unser Hirn einprasseln. Tagsüber ist das Handy immer griffbereit, abends wird der Fernseher eingeschaltet. Von dieser Routine abzuweichen fühlt sich erstmal komisch an und braucht ein bisschen Disziplin. Inzwischen ist Nichtstun schon zu einem Lifestyle geworden. In den Niederlanden heißt der Trend “niksen” und ist quasi die Weiterentwicklung des dänischen Hygge. Wissenschaftler beobachten, dass Menschen, die regelmäßig nichts tun, körperlich und geistig gesünder sind. Kein Wunder, sind permanente Erreichbarkeit und Dienst ohne Feierabend doch alles andere als natürlich. Forscher haben errechnet, dass der Steinzeitmensch im Schnitt nur vier Stunden täglich für Jagd und Haushalt aufwenden musste. Das klingt nach jeder Menge Zeit zum Nichtstun.

Deswegen: Im Zug einfach mal nicht aufs Smartphone starren, sondern aus dem Fenster schauen und sich überraschen lassen, wohin die Gedanken schweifen. Ab und zu mal raus gehe, die Sonne spüren und das Vogelgezwitscher genießen – und sonst nichts. Abends die Dauerberieselung aus Fernseher und sozialen Medien abstellen und spüren, wie die grauen Zellen erleichtert aufatmen. Das dürfte dann auch der Moment sein, wo uns Lösungen für Probleme einfallen oder die Dinge, an die wir uns früher am Tag partout nicht erinnern konnten. Ein paar Minuten Nichtstun am Tag reichen schon, um positive Effekte zu erzielen.

Und für alle, die dabei ein schlechtes Gewissen haben: erste wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass intelligente Menschen deutlich besser im Nichtstun sind als der Rest der Bevölkerung. Also sei schlau und tu einfach … nichts!

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